Innere Prüfung Druckbehälter — alle 5 Jahre
Die innere Prüfung ist der zweite große Eingriff im Druckbehälter-Lebenszyklus nach der jährlichen äußeren Prüfung. Sie öffnet die Anlage, schaut hinein, misst Wandstärken — und legt damit fest, ob der Behälter noch sicher betrieben werden darf. Was dabei passiert und wie Sie sich vorbereiten.
01Warum die innere Prüfung alle 5 Jahre Pflicht ist
Druckluftbehälter sammeln Kondensat, sind innen Korrosion ausgesetzt und können durch Druckwechsel ermüden. Von außen ist das nicht sichtbar — die jährliche äußere Prüfung deckt nur Sicht-Befunde am Behälter-Mantel ab. Die innere Prüfung (BetrSichV §16, TRBS 1201 Teil 2 Abschnitt 6) ist die einzige Möglichkeit, den Behälter-Innenzustand sicher zu beurteilen.
02Was bei der inneren Prüfung untersucht wird
Eine typische innere Prüfung umfasst: • Sichtprüfung des Behälter-Innenraums (Korrosion, Risse, Verformungen) • Wandstärken-Messung an kritischen Stellen (Boden, Krempenbereich, Schweißnähte) • Kontrolle der Schweißnähte (visuell, ggf. Penetrant- oder Magnetpulver-Verfahren) • Beurteilung der Sicherheitseinrichtungen (Ventile, Druckmesseinrichtungen) • Funktionsprüfung Kondensat-Ableiter
03ZÜS vs. befähigte Person — wer prüft wann
Die innere Prüfung wird durch die Schwellen aus PS·V bestimmt: • PS·V 50-200: keine Pflicht zur inneren Prüfung. • PS·V 200-1.000: ZÜS für die innere Prüfung, befähigte Person für die äußere. • PS·V > 1.000: ZÜS für alle Prüfarten. Fluidgruppe 1 (Sauerstoff, Brenngase) verschärft das — hier gilt ZÜS-Pflicht für alles ab PS·V 200.
04Vorbereitung: Reinigung, Drucklosigkeit, Zugang
Vor dem ZÜS-Tag muss erfüllt sein: • Anlage komplett drucklos und gegen Wiedereinschalten gesichert. • Behälter geöffnet (Mannloch oder Inspektionsöffnung freigelegt). • Kondensat entfernt, Innenraum gereinigt (bei vielen ZÜS mit deren ausdrücklicher Erlaubnis — bei manchen wird die ZÜS die Reinigung selbst beaufsichtigen wollen). • Bei Bedarf Beleuchtung (LED-Strahler, 230 V) und Belüftung vorhanden. • Befähigte Person des Betreibers anwesend.
05Korrosion und Risse — typische Befunde
Häufigste Befunde der inneren Prüfung: • Bodenkorrosion durch sitzendes Kondensat — der häufigste Grund für Gelb-Befunde. • Risse an Schweißnähten — meist umfangsweise, durch Druckwechsel induziert. • Wandstärken-Verlust unter Mindestmaß — Anlage muss neu klassifiziert oder ausgemustert werden. • Sicherheitsventil-Verschleiß — wird im selben Zug ausgetauscht. Gelb-Befunde führen zu Folgemaßnahmen mit Frist. Rot-Befunde sind formelle Stilllegung bis zur Nachprüfung.
06Kostenrahmen und Tagesausfall
Die innere Prüfung erzeugt zwei Kostenpositionen: • ZÜS-Gebühr (typisch 400-600 EUR pro Anlage, plus Anfahrt 80-150 EUR). • Produktionsausfall: 4-6 Stunden Druckluft-Ausfall am Prüf-Tag (Werkstatt steht still oder muss auf Reserve-Kompressor zurückgreifen). Bei mehreren Anlagen mit ähnlichen Fristen kann das Bundeling die Anfahrts-Pauschale auf eine einzige reduzieren.
07Wie DruckCheck den 5-Jahres-Zyklus automatisch reminded
DruckCheck setzt automatisch eine Erinnerung 90 Tage vor der nächsten inneren Prüfung. Die Vorbereitungs-Checkliste wird als PDF bereitgestellt. Das Sachverständigen-Postfach hat ein fertiges Anfrage-Template an die wichtigsten ZÜS mit Pre-fill aus den Anlagen-Stammdaten. Nach der Prüfung wird der Befund (Grün/Gelb/Rot) ins Anlagenbuch eingetragen — bei Gelb-Befund mit automatischem Folge-Ticket.
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